Nicht nur für Kinder

Dies ist ein Kinderbuch. Ich glaube, es ist das erste Kinderbuch, das ich hier vorstelle. Aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme, wobei ich gar nicht weiß, ob ich mich in der Genre-Wahl jemals festgelegt hatte … egal, also, ein Kinderbuch.

Das letzte Schaf erschien bereits 2018. Erst jetzt bin ich darauf aufmerksam geworden. Autor Ulrich Hub hat mich aber schon mit seinem Bestseller An der Arche um acht begeistert und köstlich amüsiert. Ulrich Hub bleibt auch in Das letzte Schaf seinem Markenzeichen treu: Er lässt die Tiere zu Wort kommen. Aus ihrer Sicht wird die altbekannte Geschichte von der Geburt des Kindes neu erzählt. Neu ist nicht nur die Perspektive. Neu ist auch, dass sich unsere Gegenwart so herrlich skurril mit den Ereignissen vor 2000 Jahren mischt.

Mitten in der Nacht stellen die Schafe fest, dass die Hirten verschwunden sind. Das geht ja nun gar nicht. Sie müssen sie finden. Aber wo könnten sie stecken?

Ausgerechnet das Schaf mit der Mütze will etwas beobachtet haben. Es ist doch nicht ganz richtig im Kopf. Ständig sieht es irgendwelche Sachen, die nicht da sind – oder erst noch kommen sollen. Neulich hat es sogar behauptet, in der Zukunft würde es Telefone geben und Fernseher. Dinge, von denen kein Schaf je gehört hat und die sich völlig unglaubwürdig anhören.

Außerdem waren da noch leuchtende Gestalten auf dem Feld, die haben etwas gesagt und dann sind die Hirten losgezogen. Und, was war die frohe Botschaft, fragen die Schafe das Schaf mit der Mütze. „Hab ich vergessen.“ Aber die anderen Schafe lassen nicht locker und schließlich fällt dem Schaf mit der Mütze ein, dass es um ein Kind ging, das geboren wurde. Es hat lockiges Haar und ist ein ganz besonderes Kind. „Ein Mädchen!“, rufen die Schafe begeistert. Und dann machen auch sie sich auf, um dieses Kind zu sehen und die Hirten zu finden.

Die Geschichte ist herrlich verrückt, cool, komisch, lustig, herzerwärmend, macht Spaß, zugleich regt sie zum Nachdenken an – über Themen wie Zusammenhalt und Miteinander, Umweltschutz, christliche Traditionen, Nächstenliebe…  Manchmal ist es gut, die altbekannten Geschichten mal auf den Kopf zu stellen. Ich werde sie mir sicher noch ein mehrmals durchlesen – für mich war es das perfekte Buch, um den Advent einzuläuten, schlicht, aber sehr treffend illustriert von Jörg Mühle.

Ulrich Hub: Das letzte Schaf, Carlsen Verlag, 80 Seiten, ab 8 Jahren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s