Playlist

Und noch ein Megaseller, der es auf meinen Blog geschafft hat, und der eigentlich keine weitere Erwähnung nötig hätte: Playlist von Sebastian Fitzek. Fitzek ist der unangefochtene „king of thrill“, die Nummer eins unter den deutschen Krimiautoren. Playlist erschien am 27. Oktober und allein bei amazon finden sich schon jetzt fast 900 Leserstimmen zu Playlist.

Warum schreibe ich nun auch noch über Fitzek?

Weil mich Playlist als Hörbuch, großartig gelesen von Simon Jäger, wirklich gut unterhalten hat. Die Augensammler Reihe (Augensammler, Augenjäger), mit denen Fitzek berühmt wurde, habe ich nie gelesen: Sie haben mir einfach nicht gefallen. Furchtbar konstruiert, schlecht geschrieben, effekthaschend, übertrieben brutal und grausam. Und so habe ich eine sehr lange Fitzek-Pause eingelegt. Mein erster Fitzek, den ich dann von Anfang bis Ende gelesen habe, war „Der Heimweg“. Wiederum war ich nicht wirklich begeistert (hier nachzulesen an anderer Stelle).

Playlist habe ich dennoch eine Chance gegeben. In meinem Freundeskreis gibt es etliche eingefleischte Fitzek-Fans – allein deshalb komme ich mittlerweile um Fitzek-Neuerscheinungen nicht herum. Meine Freundin sagt: Sebastian Fitzek sei ein toller Typ, eine Type, jemand, dem man gerne zuhöre, der bodenständig und volksnah rüberkäme, trotz seines immensen Erfolgs, der ihm offenbar nicht zu Kopf gestiegen sei. Meine Freundin muss es wissen – zumindest von außen, was man als Leserin eben sagen kann: Sie hat Fitzek schon oft live erlebt und lässt keine Lesung in Berlin aus (es sei denn, es ist Pandemie…).

Worum geht es in Playlist?

Die 15jährige Feline Jagow wird entführt. Die Entführung liegt bereits einige Wochen zurück. Die Entführer haben kein Lösegeld gefordert. Die Ermittlungen treten auf der Stelle. Die Geschichte beginnt damit, dass Thomas Jagow einen verdächtigen Lieferwagen vor dem Haus bemerkt, dann feststellt, dass seine Tochter in dem Wagen festgehalten wird. Vater und Tochter sehen sich in die Augen, dann klingelt Thomas Jagows Handy und er trifft eine Entscheidung: Er verlässt den Wagen, ohne seine Tochter zu befreien. Der Wagen fährt ab und bringt Feline zurück in ihr Gefängnis. Mutter Emilia Jagow hat vom Fenster aus beobachtet, wie ihr Mann im Dunkeln in den Van gestiegen ist und wenige Minuten später wieder verlässt. Da Thomas sich ihr nicht mitteilt und sich das Ehepaar seit der Entführung sowieso nicht mehr viel zu sagen hat, engagiert Emilia einen privaten Ermittler.

Nun kommt Alexander Zorbach ins Spiel. Andere Leser*innen erinnern sich an den Ermittler aus der Augensammler-Reihe. Zorbach ist nicht mehr bei der Polizei, auch nicht mehr Kriminalreporter, sondern Privatermittler – mit einem Handicap: In wenigen Tagen muss er seine Haftstrafe antreten, auch die ist Folge seines Zusammentreffens mit dem Psychothriller, den alle nur den Augensammler nennen (oder bei seinem Spitznamen „Scholle“!). Es bleibt ihm also nicht viel Zeit, um Feline zu finden.

Eine weitere bereits bekannte Figur kommt mit Felines Physiotherapeutin Alina Gregoriev ins Spiel. Von ihr hat Feline einen MP3Player in Form einer Armbanduhr bekommen. Mit diesem Gerät kann Feline nun endlich auch unterwegs Musik hören – nur ihr Vater darf nichts davon wissen, denn der verbietet ihr den Umgang mit allen technischen Geräten (im Ernst? Das war wirklich eine Stelle, die ich nicht plausibel fand…). Als Zorbach seine Ermittlungen beginnt, stößt er zunächst auf Alina. Alina ist blind. Und sie hat mit Zorbach bereits früher zusammengearbeitet. Alina „sieht“ Dinge, die anderen verborgen bleiben, mit ihren Fähigkeiten war sie bei der Jagd nach dem Augensammler von großem Wert. Nun bittet Zorbach sie, ihm auch in diesem Fall zu helfen. Alina geht darauf ein, obwohl sie mit Alexander Zorbach eigentlich nie wieder etwas zu tun haben wollte. Doch Felines Schicksal rührt sie. Und der Schlüssel, um sie aufzuspüren, könnte in Alinas Geschenk zu finden sein. Denn Alina stellt fest, dass die Playlist des MP3Players vor wenigen Tagen verändert wurde. Sendet ihnen Feline Botschaften aus ihrem Versteck?

Im Rückblick fällt es mir gar nicht so leicht, die Story „logisch“ zu erinnern … es waren schon einige „Zufälle“ und seltsame Wendungen, die das Schicksal der Protagonisten bestimmt haben. Was mir gut gefallen hat? Dieser Psychothriller ist weniger brutal und gewaltpornographisch, wie man das anderen Fitzek-Werken nachsagt. Es gab auch nicht nach jedem Kapitel einen Plot-Twist. Das tat der Handlung gut, finde ich. Der Fokus liegt auf einer groß angelegten Scharade, einem Rätselspiel – der Killer spielt mit uns.

Die Playlist zur Geschichte, die man bei spotify runterladen kann, ist ein grandioser Marketingschachzug. Und obwohl kein Fitzek-Roman einen solchen Gag braucht, damit er sich verkauft, war die Playlist mehr als Garnierung. Sie gab immer wieder Rätsel auf, förderte Lösungen zutage, führte manchmal aber auch auf Abwege. Das war in jedem Fall sehr unterhaltsam.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die bereits erschienen Bücher nicht nachholen werde. Auch den nächsten Fitzek werde ich nicht lesen. Ich denke, ich werde wieder Simon Jäger lauschen …. gute Unterhaltung!

Sebastian Fitzek, Playlist, audible Hörbuch, gelesen von Simon Jäger, 8 Stunden 57 Minuten.

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